Die Geschichte

Ich möchte zur See fahren, seit ich zu Beginn der 5. Klasse das Deutsch- Lesebuch aufschlug und dort zwei Geschichten über die DGzRS, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, lass.

In den folgenden Jahren habe ich den größten Teil der einschlägigen Literatur zum Thema Seefahrt gelesen. Seekriegs- Geschichten von C.S. Foresters Hornblower bis zum Schicksal Gorch Focks auf dem kleinen Kreuzer Wiesbaden, die Abenteuer von jungen Seeleuten auf Seelenverkäufern und Geisterschiffen, die Klassiker wie die Bounty und Moby Dick natürlich, Geschichten über den Alltag in der Handelsmarine in allen Epochen, das heutige Leben auf einem Bergungsschlepper, auf Bohrinseln. Nichts Maritimes war mir mehr fremd.

Nach dieser Literatur und dem Abitur ging ich zur Marine und fuhr als Operationsdienstgast auf Zerstörer Rommel. Später dann als Maat / Obermaat und gegen Ende, bereits auf Reserveübungen befindlich, als stellvertretender Radarmeister auf dem Weg zum Bootsmann der Reserve auf Zerstörer Mölders. Es war meine beste Zeit, es stellte sich für mich aber heraus, dass ich nicht die Karriere des Berufssoldaten anstreben möchte. Die Realitäten in der Handelsmarine waren natürlich ebenfalls nicht das, was ich mit dem Seefahrtsraum in Verbindung brachte.

Somit lernte ich an Land, in Mainz, den Beruf des Speditionskaufmanns und übte diesen in wechselnden Funktionen über 20 Jahre aus. Nach beruflichem Erfolg aber einigen privaten Umbrüchen, fiel ich dann zu Beginn 2019 über ein paar einschlägige YouTube Videos von Blauwasserseglern und ihren Geschichten und erneut war es um mich geschehen. Die Erkenntnis, dass ich die Möglichkeit hatte, den alten Traum der selbstbestimmten Seefahrt doch noch umzusetzen, ließ mich nun nicht lange zögern. Ich begann, mein gewohntes Leben erneut auf links zu drehen.

Im Jahr 2020 befinde ich mich nun in einem Sabbatjahr. Geplant war, ab März loszusegeln, was sich durch den Corona-Lockdown stark verzögerte. Seit August 2020 bin ich aber endlich unterwegs.

Corona hat mir zwar die Hälfte meines Sabbaticals genommen, dafür aber das Arbeiten als digitaler Nomade nun auch in traditionelleren Firmen denkbar gemacht. Somit strebe ich zum Januar 2021 an, wieder für die alte Firma als Teilzeitkraft zu arbeiten, während ich weiter an Bord des Clippers wohne und mich langsam weiter fortbewege.