Madeira (PT) – Porto Santo (PT) – Lagos (PT)

16.10.2021 – 23.10.2021

Es ist Samstagmorgen, ich mache das letzte Wetter, wir besprechen die Lage und der Entschluss steht, wir probieren es! Ich mache den Wassertank noch mal randvoll und bezahle im Marinabüro das Liegegeld. 3 Wochen und 1 Tag waren wir nun hier, haben andere Segler kommen und gehen sehen, aber mit niemandem richtig Kontakt geknüpft. Alle sind auf dem Weg in den Süden, viele wollen mit der ARC in die Karibik. Es werden immer mehr von der Sorte, während wir, wie die Geisterfahrer, in entgegengesetzter Richtung im Herbst Richtung Norden unterwegs sind. Wie wenig übertrieben der letzte Satz ist, sieht man anhand der Karte des Seegebietes auf MarineTraffic, wenn man alles außer Freizeitboote wegfiltert:

Es wird voll auf den Kanaren und später in der Karibik. Richtig voll! Viele konnten letztes Jahr wegen Covid nicht über den Atlantik fahren und sind als Nachzügler jetzt zusammen mit denen unterwegs , die dieses Jahr die Überfahrt angehen. Das werden sicherlich über 1.000 Boote aus Europa werden, allein die verschiedenen ARCs zählen dieses Jahr an die 800. Ich bin mir nicht sicher, ob das noch so schön ist. Aber ich fühle mich als normaler Fahrtensegler unter so vielen Blauwasser-Karibik- und Weltumseglern irgendwie nicht dazugehörig. Das macht schon was mit einem, wenn um einen herum alles in die gleiche Richtung fährt und auf dem Weg dorthin untereinander sichtbar Networking betreibt.

Nun gut. Unsere Karibik wird die Insel Porto Santo werden, zumindest für einen Tag. Wir haben alle Zeit der Welt heute, müssen uns mit dem Auslaufen nicht hetzen, denn der Wind, den wir zur Überfahrt auf die Nachbarinsel benötigen, wird sich erst am frühen Nachmittag einstellen. Auf der einen Seite schön gemütlich und entspannt, andererseits wird es wieder eine halbe Nachtfahrt mit der Ankunft erneut im Dunkeln, deutlich nach Mitternacht.

Blick zurück auf die Hotelanlage Quinta do Lorde

Die Überfahrt ist für unser Wohlbefinden an Bord ein Traum. Kaum Welle, ganz leichter Wind, gerade noch so segelbar. Einmal alles eingestellt ist es dermaßen beschaulich, dass wir unser Abendessen im Cockpit mit aufgebautem Tisch zu uns nehmen, was nur funktioniert, da garantiert keine Art von Segelmanöver ansteht.

Madeira verabschiedet sich von uns mit einem spektakulären Farbenspiel, indem die hinter der Insel untergehende Sonne die Insel so richtig in Szene setzt. Eine romantisch, schöne Abschiedsszene, die nicht spurlos an uns vorübergeht.

Wir fahren mit nicht übermäßig schnellen 3 Knoten in die Nacht. Ich schummle mich mit kurzem Maschineneinsatz um die Südspitze von Porto Santo. Ganz hatte es nicht gereicht mit dem Winkel zum Wind und an Gegenankreuzen hat heute Nacht keiner an Bord mehr Interesse.

Wir kommen kurz nach 01 Uhr an unserem Ankerplatz vor dem Hafen an. Ich ziehe nicht in Erwägung, in dem wahrscheinlich sehr engen Bojenfeld im Hafen selbst auf gut Glück und im Dunklen nach einer freien Mooring zu schauen. Stattdessen steht Filip wieder mit der starken Taschenlampe am Bug und leuchtet die zahlreichen Ankerlieger vor dem Hafen an, die dort bereits im Dunkeln liegen. Es ist schon hilfreich, die Nachbarschaft nicht nur nach ihren weißen Topplichtern, ganz oben im Mast, erahnen zu müssen.

Diese Topplichter sind sowieso zurecht von zweifelhaftem Ruf. Die alte rot-grün-weiße Dreifarbenlaterne an der Mastspitze wird, wie der bekannte Segellehrer Robert Eichler von der gleichnamigen Schule in Hamburg gerne ausführt, in der Berufsschifffahrt Suizidlaterne genannt, da sie die Entfernung einer Yacht von der Brücke eines Schiffes viel zu weit erscheinen lässt. Ähnlich ist es mit dem weißen Rundumlicht, das ein kleiner Ankerlieger, wie wir es sind, zu setzen hat. Die Position für ein Rundumlicht oben im Mast ist natürlich genial, da es keine Abschattungen von Aufbauten gibt, sodass das weiße Licht nach allen Seiten gestrahlt werden kann. Das Problem dabei ist, dass man schauen muss, welche Straßenlaterne oder welcher Stern sich durch seine tanzende Bewegung gegebenenfalls als Ankerlicht verrät und tatsächlich zu einem dunklen Schiffskörper weit darunter gehört.

Da ich nur wenig Erfahrung im Ankern habe, halte ich respektvollen Abstand zu den anderen, lasse das schwere Metall auf 11 Metern Wassertiefe in den sandigen Grund herab und gebe nach und nach noch weitere 20 Metern Kette hinzu. Volle Kraft zurück. Nichts bewegt sich, Anker hält, Maschine aus! Der elektronische Ankerwächter übernimmt die Wache, dass wir uns auch weiterhin nicht vom Fleck bewegen. Das eigene Ankerlicht wird eingeschaltet, natürlich ebenfalls hoch oben im Mast. Ab ins Bett.

Es wird eine unruhige Nacht. Wir liegen recht weit draußen bei schwachem auflandigem Wind, der uns zwar hergebracht hat, nun aber auch seine kleine Windsee schickt, der wir ohne Schutz ausgeliefert sind. Es ist ein ziemliches Schaukeln und Stampfen, sodass wir nur kurz einschlafen, bevor uns die nächste abrupte Bewegung des Schiffskörpers wieder aus dem gerade erst eroberten Reich der Träume reißt. Am Morgen wird es etwas ruhiger und wir nutzen das bis 10 Uhr, um wenigstens etwas auszuschlafen.

Der Plan ist, die Insel zumindest kurz an diesem Tag in Augenschein zu nehmen und, wenn die Wettervorhersage so bleibt oder besser wird, schon abends den seit einigen Stunden vorherrschenden Wind aus Süden nutzend weiterzufahren, um den großen Sprung nach Portugal anzugehen.

Ich bin gerade aufgestanden und schaue reichlich zerknautscht auf meinen Morgenkaffee, als mich Schraubengeräusche aufschauen lassen. Ein kleines Boot wie unseres funktioniert für laute Unterwassergeräusche in der Nähe wie ein Lautsprecher. Wir hören die Delfine fiepen, bevor wir sie sehen und nahe Schraubengeräusche kommen ebenso im Innenraum an, die sich übrigens genau so anhören wie im Film Das Boot. Tatsächlich kommt die große Fähre auf uns zu, die Madeira mit Porto Santo verbindet. Die Fähre gibt ein langes Achtung mit dem Schiffshorn. Ich liege ziemlich weit draußen, halb in der Einfahrt, was ich nachts nicht bemerkt hatte. Zwei andere Yachten verlassen gerade den Hafen und machen den benötigten Platz, so passt die Fähre, etwas um mich herum fahrend, zwischen uns durch.

Machen konnte ich da nichts. Ich liege ja am Anker und versperre die Einfahrt auch nicht komplett. Es ist mir dennoch zu doof und so gehen wir noch mal Anker auf und verlegen an einen Platz, viel weiter am Strand, der gerade frei wird. Ich mache das Dinghy klar, während sich eine französische Yacht nähert, die offenbar mein ankerliegender Nachbar werden möchte. Sie fahren hin und her, her und hin. Ich kümmere mich nicht darum, bis sie schließlich auf Rufweite herankommen. Ich grüße und als Antwort kommt direkt eine Frage, die ich mir wiederholen lassen muss und beim zweiten Mal auch nur deswegen verstehe, weil die ganze Szene nun einen Sinn ergibt:

Ein Rudergänger steht achtern, zwei Erwachsene nebeneinander vor dem Mast. Ganz vorne ein Weiterer, mit dem Fernglas die Wasseroberfläche absuchend. Ein Junge von vielleicht 8 Jahren sitzt, den gesenkten Kopf zwischen den Knien das Deck anstarrend, auf dem Vordeck. Die Frage laute „Have you seen our cat?“. Die fahren Suchmuster nach einer gerade irgendwo hier über Bord gegangenen Katze! Mein Erstaunen über diese extrem ungewöhnliche Frage weicht Entsetzen, das ich nur durch stummes Kopfschütteln zum Ausdruck bringen kann.

Nachdem das Dinghy fertig ist, springe ich noch mal schnell ins Wasser, das hier extrem klar und angenehm erfrischend temperiert ist. Ich kann problemlos bis zum Grund schauen und bei meiner Runde ums Boot suche ich natürlich das Wasser nach einer tot dahintreibenden Katze ab, ohne fündig zu werden. Ich hoffe, dass sich die Katze einfach irgendwo versteckt hatte und komme wieder aus dem Wasser, die Franzosen sind weg und wir machen uns dann auch mal auf den Weg an Land.

Beim Umschwimmen des eigenen Bootes. Im Hintergrund die französische Yacht und die Inselfähre
Inspektion des Unterwasserschiffs
Dinghy ist fertig. Los gehts …

Porto Santo wird viel von Blauwasser- und Fahrtenseglern angelaufen, die auch hier an der Kaimauer ihr Visitenkarte hinterlassen.

Ich checke bei der Hafenpolizei ein. Die Marina hat Mittagspause. Die wollen hier für das Ankern vor dem Hafen, also für absolut keine Gegenleistung, abgesehen von der theoretischen Möglichkeit die Sanitäranlagen zu nutzen, um die 4 EUR haben. Von der Nutzung derselben wurde uns aus hygienischen Gründen in den letzten Tagen von anderen Seglern wiederholt abgeraten. Der Polizist sagt mir, dass die ab 14 Uhr wieder bis 17:30 Uhr aufhaben. Ich will es dann auf dem Rückweg versuchen.

Der Clipper mit anderen vor dem Strand am Anker

Wir wollen die kurze Zeit nutzen, um uns ein Bild von der Insel zu machen. Wir laufen ins Dorf, wo wir an der Strandpromenade ein Platz zum Mittagessen finden. Leider sind die völlig unterbesetzt und bei der Bestellung wird uns bereits avisiert, dass man 45 Minuten für die Küche benötigt. Leider verdoppelt sich die ohnehin schon lange Wartezeit dann auch noch, sodass wir die längste Zeit unseres Aufenthalts auf der Insel hier sitzen werden. Das ist zwar entspannend, aber nicht das, weswegen wir hier sind.

Nachdem wir unsere Freiheit durch Begleichen der Rechnung wiedererlangt haben, laufen wir in einer sehr großen Schleife durchs Dorf, am Strand entlang, wo wir kurz zum Schwimmen ins Wasser hüpfen. Ein deutscher Familienvater spricht mich an und bittet mich um meine Chlorbrille, um nach der Schwimmbrille des Töchterchens Ausschau halten zu können, die gerade verlustig ging. Was ist nur heute los? Wir wandern weiter und kommen auf dem Rückweg noch zum Eisstand, um die lokale Spezialität in Form eines Softeises zu verköstigen, statten danach dem Supermarkt für die letzten frischen Dinge einen kurzen Besuch ab und kehren zurück zum Hafen.

Ich hatte mit der Marina zwischenzeitlich ausgehandelt, die Schiffspapiere per Mail zu senden und die Rechnung per Überweisung zu bezahlen. So muss ich nicht umständlich hin und her fahren. Wir kommen gegen 20 Uhr zurück zum Boot, 30 min später geht der Anker auf und wir verlassen bei untergehender Sonne den Ankergrund, für unsere längste gemeinsame Seereise bisher, zurück nach Lagos und der Algarve und damit nach Festlandeuropa.

1. Tag in See – Sonntag, der 17.10.2021 (Von 19:20 Uhr Sonntag bis Mittag Folgetag: 64 SM)

Wetterplanung:

Wir haben seit etwa 12 Stunden tatsächlich ein kleines Hoch mit Kern zwischen der Algarve und Afrika, so wie sich das in den Wettermodellen seit Tagen immer einheitlicher ankündigte.

Dieses Hoch soll uns bis etwa Dienstag mit schwachen Winden aus Süden versorgen, bis es sich am Mittwoch aufgelöst hat und in die Großwetterlage des Azorenhochs aufgeht. Für uns bedeutet das, dass der Südwind über Westen immer weiter im Uhrzeigersinn recht drehen wird, um nach einer Schwachwindphase, schließlich zu dem üblichen Wind aus Norden zu werden. Diesen Südwind benötigen wir, um von Madeira wegzukommen und eine ähnliche Wetterlage hatten wir in den letzten Monaten nicht gesehen. Auch wenn diese Art von Störung im Winter häufiger ist, zeichnet sich im Moment nicht noch mal so etwas in den Modellen ab. Jetzt also los, los, los!

Wir runden das Naturschutzgebiet östlich von Porto Santo bereits im Dunkeln, welches ein kleiner felsiger Berg mit Leuchtfeuer obendrauf ist und etwas Abstand verlangt. Dazu nehmen wir noch mal den Motor für eine knappe Stunde, um ein Vielfaches der Zeit an Kreuzen zu verhindern, welches ohne die Maschine für diesen Weg notwendig gewesen wäre. Währenddessen komme ich ganz blöd ins Rotieren. Mir wurde das alles etwas spät an Land, da ich vor dem Verlassen des Internet-Empfangsbereiches noch einige Dinge erledigen muss. So sind noch dringende Mails notwendig, um meinen Arbeitgeber von der für ihn plötzlichen Entscheidung zu informieren, dass ich die kommende Woche offline sein werde. Ganz blöder Zeitpunkt gerade. Dann mache ich die versprochene Mail an die Marina mit den Scans der Schiffspapiere, richte eine Wetterabfrage auf dem Server von WetterWelt ein und abonniere dieselbe, sodass ich sie mir mit der Iridium GO! Satellitenanlage täglich laden kann. Ich sende noch eine Anmeldung an die Werft in Lagos mit der Bitte um einen Termin, vergesse 2–3 weniger wichtige Dinge und melde mich ab.

Der Wind war bis Porto Santo und wird auch bis auf Weiteres durchgängig nie stärker als 8–9 Knoten sein. Keineswegs optimal zum Vorwärtskommen aber Magenfreundlich. Wir nehmen Kurs Nord, also nicht direkt nach Lagos, sondern erst mal nur nach Norden, den Wind nutzen, solange es geht, um dann später mit dem Nordwind am liebsten querab nach Osten fahren zu können.

Wir machen keine Wachen. Nördlich Madeira ist zwar vereinzelt Schiffsverkehr, der aber per AIS sehr frühzeitig und Stunden vor Annäherung abschätzbar ist. Fischer oder dergleichen sind keine anzutreffen, sodass ich Filip schlafen lasse, so wie er denn kann und selbst Intervall-Schlafe mit direkt langen 1 Stunden Phasen an Schlaf. Das Radar passt mit auf.

2. Tag in See – Montag, der 18.10.2021 (Etmal: 87 SM)

Wir haben am Morgen sehr schwachen Wind. Ich Wind- Junkie leide. Mir fehlt der Stoff, der Bewegung schafft. Erst gegen Mittag bekommen wir den leichten, aber gut segelbaren Wind von 8 bis 12 Konten. Es geht mir sofort besser, die Entzugserscheinungen verschwinden selbst bei der leichten Brise, solange sie Geschwindigkeit ins Boot bringt. Mit dem Code Zero klappt das ausgezeichnet, das jetzt seit Madeira durchgängig seinen Dienst da vorne verrichtet. Wir müssen auf vorwärtskommen, das Windfeld, in dem wir segeln, wird sich immer weiter nach Norden zurückziehen und sehr schwache Winde werden folgen. Dafür ist weiterhin keiner Seekrank an Bord, alle wohlauf und munter!

Die Stimmung ist somit hervorragend. Durch den leichten Wind von Achtern, später von Backbord, haben wir ein nahezu aufrechtes Segeln ohne besondere Einschränkungen. Wir kochen, schauen aufgezeichnete YouTube Videos und vertreiben uns die Zeit mit Hörbüchern (Filip) und Blog schreiben und Buch lesen im warmen Cockpit (Ich).

So darf es sein. Ich bin überaus zufrieden mit dem Fortschritt, den wir machen, auch wenn unsere Geschwindigkeit nach der aktualisierten Wettervorhersage nicht reichen wird, um diesen Wind zu behalten. Der Tag neigt sich mit einem schönen, von keiner Wolke getrübten Sonnenuntergang.

3. Tag in See – Dienstag, der 19.10.2021 (Etmal: 80 SM)

Kurz nach Mitternacht nehme ich alle Segel runter. Es hat keinen Sinn mehr, der Wind ist weg und das dünne Tuch vom Code Zero schlägt gegen den Mast. So gehen das nur kaputt. Wir treiben eine Stunde, ich lege mich wieder hin – was soll ich auch tun. Nach einer Stunde ist wieder ein leichtes Lüftchen da und wir fahren damit sehr langsam weiter. Die guten Fortschritte sind dahin und Motorstunden keine Alternative, da ich das letzte Mal auf La Palma Treibstoff bunkern war und mit 30 Litern Rest, die ich mir aber für echte Notfälle aufhebe, ziemlich leer bin.

Als wir vor drei Wochen die 6 Stunden von Calheta auf Madeira zur Quinta do Lorde unter Motor losfuhren, waren wir zwar nicht mehr voll, aber noch sah es nicht knapp aus. Die 7 Stunden hatten dann natürlich auch ein paar Liter gekostet und dass es im zweiten Hafen von Madeira UND Porto Santo keinen Sprit geben würde, war mir damals nicht klar und die Überfahrt noch so weit hin, dass ich mir darüber auch noch gar keine Gedanken hatte. Somit mussten wir im Grunde genommen fast leer losfahren.

Das hat jetzt zwei Konsequenzen:

1. Mal eben einen Tag unter Motor durch eine Flaute fahren geht nicht. Entweder es ist Wind da, oder eben nicht. Ganz traditionell.

2. Wir müssen mit dem Strom auskommen, den uns der Windgenerator (steht komplett die ersten zwei Tage) und die Solaranlage (wir drehen die Paneele durch den Windeinfall die ersten zwei Tage von der Sonne weg, also nur wenig Ausbeute) liefern.

Wir müssen Energie sparen ! Die Batterien sind noch bei 50 % und wenn wir nichts an der Energiebilanz ändern, haben wir bald weder einen Kühlschrank (wird irgendwie gehen), noch elektronische Navigation (das ginge auch mit Karte, Lineal und Zirkel), keine Toilettenspülung (wir haben einen Eimer. Machen andere auch so, aber schön ist das bestimmt nicht) und kein Autopiloten mehr (das wäre absolut kritisch, wenn jederzeit, Tag und Nacht , einer von uns am Ruder stehen müsste!) und auch kein AIS (was beim queren der Schiffsautobahn von sehr großem Wert ist, ich will keinesfalls darauf verzichten, auch wenn das System gerade auch aus anderem Grund von selbst ständig ausfällt.

Da wir an der Energieerzeugung nichts ändern können (Diesel zum Aufladen ja nur im Notfall!), gehen wir an die Verbraucher. Den Konverter für das 220V Netz mache ich auf See grundsätzlich aus, außer ich brauche 220V. Die Gefriertruhe räumen wir aus, setzen einiges davon auf den Speiseplan, der Rest geht in den Kühlschrank, den ich bei der Gelegenheit gleich mal runter regle und abtaue. Alle Navigationsanzeigen in der Plicht schalte ich aus. Vor allem den Plotter dort habe ich meistens aus, denn ich verwende den dort sowieso nur, wenn ich in Küstennähe am Ruder stehe. Auch den Autopiloten schalte ich über weite Strecken ab, und lasse das Boot mit seinen 1,5 Knoten da hinfahren, wo es mit festgestellten Ruder hin möchte, solange es irgendwas Richtung Norden ist.

Wir schleichen also so durch den Tag. Dass es wenig Wind werden würde, wenn wir nicht schnell sein würden, war angekündigt. Mich wundert, dass wir dennoch bei meistens nur 5 Knoten immerhin noch 1–1,5 Konten durchs Wasser machen.

Am Nachmittag werden wir mittels UKW Funk Zeugen, wie ein Patient des großen Kreuzfahrtschiffes Spirit of Discovery, das 40 Meilen (ca. 64 km) vor uns fährt, durch einen Rettungshubschrauber abgeborgen wird. Für mein SRC Zertifikat, das mich zur Teilnahme am UKW Seefunk berechtigt, musste ich mal lernen, welcher Funkkanal für die Schiff – Helikopter Kommunikation vorgesehen ist. Zumindest hier in diesem Fall interessierte dies die Profis nicht. Die haben das komplett auf dem Anrufkanal 16 verhandelt.

Wir beschließen, ein wassersparendes Bad zu nehmen. Das machen wir, indem wir uns draußen in der Plicht wechselseitig einen Eimer Atlantikwasser übergießen, einseifen, mit einem weiteren Eimer nachgießen, um dann mit einem Waschlappen voll Süßwasser noch das finish zu machen. Sauber und erfrischt gehen wir ans Kochen für das Captains Dinner heute Abend.

Abendstimmung unter Deck

Gegen 20 Uhr ist der Ofen dann wieder komplett aus. Bevor der Wind endgültig auf Norden wechselt und auffrischt, schläft er völlig ein. Ich versuche meinen Frieden damit zu machen und mich ergeben in mein Schicksal zu fügen. Wir diskutieren kurz, ob wir uns 1–2 Stunden Diesel gönnen sollen, entscheiden dann aber dagegen. Wer weiß was kommt..! Stattdessen schauen wir Blade Runner 2049. Das ist schon verrückt. Wir sitzen da in unserer Nussschale ohne Segel treibend, mitten auf dem windstillen und nur leicht bewegten Atlantik und schauen Bladerunner. Die Wale unter uns müssen sich ihren Teil gedacht haben.

Gegen 23 Uhr ist der Film durch, und es geht ein laues Lüftlein. Kaum wahrnehmbar. Ich versuche es mit dem Code Zero und tatsächlich füllt sich das Segel wieder mit Luft und wir nehmen immerhin etwas Geschwindigkeit auf. Ich nehme das Groß dazu und so fahren wir langsam dahin. Immerhin.

Während des Films schalte ich auch die Navigationssysteme und den Autopiloten aus. Man sieht den Weg, den wir dann drifteten relativ gut an der wieder startenden Trackaufzeichnung
Der Mond ist sehr voll und spendet Licht, fast die ganze Nacht
4. Tag in See – Mittwoch, der 20.10.2021 (Etmal: 100 SM)

Morgens gegen 5:30 Uhr weckt mich dann nicht der Wecker, sondern die Geräusche des Bootes. Frischer Wind mit 12 Knoten, wow! Ich rolle das Code Zero endgültig ein und gebe der Genua nach langer Zeit nun Gelegenheit, auch mal zu zeigen, was sie so drauf hat. Mit frisch sprudelnden 5 Knoten durchs Wasser geht es hoch am Wind weiter. Ich lege mich wieder hin, das Gefühl endlich wieder vernünftig Fahrt zu machen ist unbeschreiblich gut.

Am späteren Morgen bekommen wir kurz Besuch. Der Kollege blieb ein paar Minuten, dankenswerterweise ohne irgend eine Art von Geschäft zu verrichten, und flog dann weiter, als es ihm auf der Reling zu unbequem wurde. Das war 500 km von der nächsten Küste entfernt! Beeindruckender Gleiter!

Ich bleibe hoch am Wind, mache so viel Höhe wie möglich, denn vor uns braut sich etwas zusammen, das mir nicht gefällt. Der Wetterbericht zeigt ein Feld mit stürmischen Winden (35 Knoten, Bft 8) vor bzw. bei dem Verkehrstrennungsgebiet Cabo de São Vicente vor der Südwestspitze Portugals. Durch dieses Feld müssen wir durch und die Frage ist nur, wann und wo. Ich möchte nördlich dieses VTGs in die Küstenverkehrszone einfahren, das Kap runden und dann mit Halbwindkurs nach Lagos segeln.

Gegen 8 Windstärken komme ich wahrscheinlich kaum an, inwieweit ein Halbwindkurs mit 80–90 Grad zum Wind möglich ist, weiß ich nicht. Es ist die erste Erfahrung mit dieser Kategorie von Wind, aber ich suche keinen Streit und will den Segen möglichst als raumem Wind, also schräg von hinten, erleben. Somit will ich vermeiden, in das große Verkehrstrennungsgebiet gedrückt zu werden, dass für mich absolute NO GO Area ist. Dazu muss ich aber vorher erst mal dahin, von wo ich später zusammen mit dem Wind herkommen möchte, also so weit wie möglich nach Norden.

Bis es so weit ist, pflügen wir mit flotten 5 Knoten unsere Bahn durch die mit 1–2 Metern mäßig hohen Wellen und kommen unserem Ziel auf nordöstlichem Kurs deutlich sichtbar näher.

5. Tag in See – Donnerstag, der 21.10.2021 (Etmal: 115 SM)

Um 3 Uhr morgens haben wir den Frachter Ishizuchi Star auf Kollisionskurs. Er ist ausweichpflichtig, macht aber keine Anstalten dieser Pflicht gut sichtbar nachzukommen. Bei drei Meilen Abstand funke ich ihn an, um mal nach seinen Absichten zu fragen. Es ist für mich das erste Mal, dass ich auf diese Weise, die an sich aber nicht ungewöhnlich ist, mit einem anderen Verkehrsteilnehmer Kontakt aufnehme. Aber dann gleich mit so einem Namen?! Ich spreche vor dem Drücken der Sprechtaste ein paar mal zur Probe, bis der Name einigermaßen flüssig und erkennbar kommt. Meinetwegen hätte es zur Einstimmung auch etwas wie Hamburg Express sein dürfen, das wäre mir leichter über die Zunge gekommen, aber die Hamburg Rxpress hätte vielleicht auch eher mal den Kurs um 5 Grad geändert.

Er hat jedenfalls kein besonderes Problembewusstsein, 300 Meter grob errechneter CPA sind mir aber zu knapp. Auf meine Frage nach seinen Absichten, vor dem Hintergrund seiner Ausweichpflicht, verkündet er mir, dass er gedenkt einfach Kurs zu halten. Nun gut, immerhin wissen wir dann beide, wer was zu tun hat, das reicht mir und ist auch in Ordnung. Ich rolle die Genua ein, gehe ein wenig in den Wind, lasse ihn vor mir vorbeiziehen und bin auf der sicheren Seite.

Der Rest der Nacht ist ruhig, wir schlafen bis etwa 9 Uhr. Trinkwasser ist noch reichlich da, die Ankunft wird morgen Abend sein, also gönnen wir uns beide eine Dusche. Außerdem kochen wir heute doppelt, solange es noch ruhig ist, für morgen vor und warten gespannt auf das neue GRIB File für unser Wetterprogramm mit der aktuellsten Prognose.

Wir haben aktuell ein ausgeglichenes Energieverhältnis und verbrauchten letzte Nacht so viel Strom, wie wir am Vortag produzieren konnten. Damit sollten wir hinkommen. Sollten mit dem Boot allerdings mal regelmäßig längere Fahrten anstehen, müssten mehr Solarzellen auf den Geräteträger, eine Windfahnensteuerung und eventuell auch noch ein Stromgenerator nachgerüstet werden, der aus dem vorbeifließenden Wasser mit einer Schraube Strom erzeugt, was sehr effektiv sein soll, solange man sich durchs Wasser bewegt. Für das Fahrtensegeln alles Dinge, die nicht unbedingt ganz oben auf der Liste stehen.

Ein neues spannend erwartetes Wetter kommt in mein Wetterstudio.

Ich drucke mir die Zusammenfassung aus. Es wird nicht so kräftig wie gestern noch vorhergesagt, soll aber dafür länger anhalten. Ab 4 Uhr morgen früh Böen bis 30 Knoten. Der Mittelwind ab 7 Uhr bei 26 Knoten mit Böen bis 32. Das ist Windstärke 6-7. Eine recht starke 7 allerdings. Aber warten wir mal ab, was es sein wird, denn wie sagt man im Segeln so schön: Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

Um 10 Uhr geht ein Regenschauer durch, der Wind geht auf 5 Knoten zurück und beendet den goldenen Morgen, den ich noch im Cockpit genoss. Seitdem bewegt sich die Luft zusehends schneller. Ich warte nicht, ich glaube ja ungefähr zu wissen, was kommen wird und nehme die Genua weg. Ab jetzt muss die kleine Selbstwendefock vorne Dienst tun. Um 16 Uhr gehe ich ins erste Reff. Der Abend ist golden, die Sonne kommt unter der Wolkendecke durch.

Die Nacht wird ruppig. Es frischt immer weiter auf, geht allerdings bis Mitternacht nicht über 20 Knoten Mittelwind. Dennoch stampfen wir ganz schön in die ein oder andere Welle, die deutlich mehr Wind entspricht. Dass wir die Augen dabei überhaupt zu bekommen, ist wohl den Tagen der Eingewöhnung und einem gewissen generellen Schlafdefizit zu verdanken.

5. Tag in See – Freitag, der 22.10.2021 (Ab Mittags bis Einlaufen 174 (!!) SM)

Um 4:30 Uhr erst gehe ich ins zweite Reff, versuche weiterhin nach Norden um Raum für den starken Wind aus der Richtung zu haben. Gleichzeitig habe ich die kleinste Segelfläche am Mast, die ich derzeit haben kann, ohne dass ich ein Segel komplett wegnehme. Die See ist weiterhin recht ruppig, bestehend aus der langen Atlantikwelle und einer darüber liegenden sehr viel kürzeren Windsee. Der neue Tag kommt, was allerdings nicht kommt, ist der starke Wind. Es bleibt bei den 21 Knoten, gegen die wir leicht angehen. Sicherlich schafft es die eine oder andere Böe mal auf 25 Knoten und dreht das Boot ein wenig, aber im 2. Reff ist das kein echtes Problem.

Was jetzt auch kein Problem mehr ist, ist die Energie. Ab etwa 15 Knoten Wind produziert die Windanlagen vernünftig Strom, richtig ergiebig wird es ab 20 Knoten. Da dies nicht, wie bei Solar, nur tagsüber passiert, verdoppelt sich die Effektivität aus diesem Umstand zusätzlich und es ist eine wahre Freude, wie der Ladestand der Servicebatterien immer weiter ansteigt.

Ich lade mir mit der restlichen Satellitenzeit noch zwei Wetterdateien und stelle fest: Die Aufregung, soweit vorhanden, war umsonst. Es bleibt bei dem Mittel starken Nordwind des Azorenhochs, mehr kommt nicht. Ab Mittag passieren wir bis zum Abend vor dem riesige Verkehrstrennungsgebiet und sehen den Supertanker Baker Spirit quer zur Fahrtrichtung treiben.

Die Verkehrszentrale will bereits wissen, ob ein Problem vorliegt, die genuschelte Antwort verstehe ich nicht, der Koloss dampft bald darauf aber Richtung Norden ab, hat sich erledigt.

Wir werden heute Abend ankommen. Filips Hörbücher sind alle gehört, ich habe mir Nudel im Wind von Jürgen von der Lippe gegönnt und der skurrile Humor hat mir viel Spaß bereitet. Dieses Hörbuch ist für den Atlantik besser geeignet, als den Zug. Ich zumindest habe häufig dermaßen dümmlich gegrinst und geschmunzelt, dass es für die eigene Reputation garantiert besser war, unbeobachtet gewesen zu sein.

Nach Tagen der Windarmut ist es ein reiner Rausch, von 20 Knoten, einer milder werdenden 2,5 m Atlantikdünung und einer recht starken Strömung Richtung Cabo de São Vicente gedrückt, gezogen und geschoben zu werden, welches wir heute bei Tage passieren. Nachdem wir in den letzten Tagen ohne Segeln wie ein Korken ohne Wind auf dem Atlantik gehüpft waren, fliegen wir jetzt in einer Geschwindigkeit daher, wie wir sie noch nie über so lange Zeit hatten. Wir machen heute in 20 Stunden 174 SM über Grund. Das ist ein Schnitt von 8,7 Knoten. Das geht ohne stark schiebende Strömung gar nicht, es ist ein Wahnsinn in Geschwindigkeit, als wollten wir am letzten Tag alles aufholen. Und das Beste: Alles erleben wir weiterhin ohne Seekrankheit.

Wir surfen manche Welle noch hinunter, dass die Geschwindigkeit über Grund für ein paar Sekunden sogar über 10 Knoten springt. Natürlich liegen wir damit deutlich über der maximalen Rumpfgeschwindigkeit und brechen folglich aus, der Kurs ist dann nicht zu halten, aber ich bin auf Speed und high. Mir ist es egal. Ich wechsle bei nachlassendem Wind sogar noch auf die Genua, nehme beide Reffs raus. Wir wollen heim nach Lagos, so fühlt es sich zumindest ein wenig an, wie Heimat, nachdem wir dort so lange Zeit fest saßen und den Hafen nun so gut kennen.

Im Geschwindigkeitesrausch

So schießen wir also beim Cabo um die Ecke und weiter geht es unter vollem Zeug in einem Zug durch. Was für ein Gegensatz zu dem Drama bei der letzten Ankunft hier. Ich verlor meine Brille beim nächtlichen Kampf mit dem Schott in der Plicht, es war bitter kalt und wir kreuzten elendig, bis wir doch die Maschine nahmen. Heute das genaue Gegenteil.

Wie anders ist nun die See, nachdem wir uns im Schutz der Algarve befinden. Der Wind hat nur wenig an Stärke abgenommen, aber dafür gibt es keine Wellen mehr. Es ist die angenehmste Art sich auf dem Wasser fortzubewegen, schnell und weitestgehend ohne unangenehme Bewegung im Boot. Zwar schaffen wir es nicht mehr bei Tageslicht in den Hafen, dafür geht vor uns aber der fast noch volle Mond auf.

Wir wechseln dann kurz vor der Marina auf die Maschine, nehmen die Segel runter und fahren in den kurzen Kanal ein, der zum Hafen führt. Das letzte Mal als wir ankamen, waren wir die einzigen am langen Rezeptionssteg. Derselbe ist dieses Mal aber schon zu Beginn der Nacht voll. Ich fasse es nicht, wir wollen eigentlich anlegen, an Bord alles so lassen, wie es ist. Nur abschließen und noch versuchen, etwas in einem Restaurant zu essen zu bekommen. Die Nacht vor Anker draußen zu liegen ist nicht verlockend. Wir möchten endlich ankommen!

Ich beschließe mich mit einem anderen Boot ins Päckchen zu legen, sozusagen in zweiter Reihe zu parken. Ein Boot liegt so großzügig an der Pier, dass vor und hinter ihm noch jeweils eine halbe Bootslänge Platz ist. Hätten die platzsparender fest gemacht, hätte ich noch an die Pier gepasst. Das ist mein Opfer. Wir nähern uns langsam, um längsseitszugehen. Ich sehe eine Figur im Niedergang dort, die versucht im Verborgenen zu beobachten, was vor sich geht. Also statt zu helfen, gaffend hofft, dass wir abbrechen. Den Gefallen tun wir nicht und machen auch ohne Hilfe fest, wodurch Bewegung ins andere Boot kommt. Zum Vorschein kommen zwei Männer, die offensichtlich schon im Bett waren und ein nun böse keifendes Weib, das sich im Niedergang versteckt hatte.

Wir erfahren, dass die anderen früh morgens loswollen und uns dann auch wecken müssten. Ich mache den Vorschlag, das Boot zu verholen, sodass wir beide an die Pier passen, was dann auch gemacht wird. Das alles geschieht unter den nicht zu überhörenden, völlig überzogen und durchweg bösartigen Kommentaren der Frau, die von unten aus der Kabine weiter schimpft, dass diese Leute sich gefälligst in die Ankerbucht legen sollen und dergleichen mehr. Sie war eine Kombination aus egoistischer Unverschämtheit und bösartiger Ahnungslosigkeit und wären die beiden Herren nicht so überaus hilfsbereit und freundlich gewesen und hätte der vermeintliche Ehemann nicht „Halt jetzt die Klappe“ zu seiner vermutlichen Frau gesagt, hätte ich mich so richtig mit ihr angelegt, was vermutlich und wie üblich in diesen Fällen, zu nichts geführt und die Situation für alle noch schlimmer gemacht hätte. Ich halte aber den Mund und wir liegen schließlich friedlich hintereinander.

Nachdem wir endlich fest sind, ist es für Restaurants zu spät. Wir bekommen aber noch etwas bei Pizza Hut zum Mitnehmen. Als wir mit essen fertig sind, sehen wir einen Norweger, der ähnlich wie wir zuvor suchend auf den Steg zukommt. Wir gehen raus, bieten uns an und helfen dem jungen Paar beim längsseits kommen, wodurch die Welt wieder ein kleines bisschen zu einem besseren Ort wird, als sie es vorher war.

Am kommenden morgen sind die beiden als Erstes durch die so vertraute Brücke durch, die uns Monate wie ein Gefängnistor war. Wie anders ist es doch heute. Lagos ist ein pulsierender Touristenhafen. Ausflugsboote, die wir nur am Steg sahen, fahren jetzt ständig mit Gästen ein und aus. Während es während des scharfen Lockdowns hier die Sensation der Woche war, wenn sich die Brücke mal öffnete, tut sie das heute alle halbe Stunde, um ankommende oder abfahrende Segelboote, meist im Pulk, durchzulassen.

Was für ein anderes Lagos. Wir bleiben jetzt erst einmal 6 Tage hier, dann sehen wir weiter. Als wir in die Marina einfahren, kommt uns ein anderer ausfahrender Segler entgegen und ruft uns freundlich „Willkommen im Paradies“ zu.

6 Gedanken zu “Madeira (PT) – Porto Santo (PT) – Lagos (PT)

  1. Hallo Matthias,

    Danke für die immer tollen Berichte. Es ist zum neidisch werden (meistens 🙂 …). Es ist immer speziell, wenn Du Orte beschreibst, die man selber auch kennt. Oder keifende Weiber, wie man sie auch schon getroffen hat.

    Geniesst Lagos.

    Gilles (www.sailingbalena.ch)

    P.S.: Ganz schön mutig bei der Welle das Lee-Fenster so weit offen zu lassen. Hoffe, die Pantry ist nicht nass geworden 🙂

    • Hallo Gilles,
      lieben Dank für das Feedback. Wir genießen Lagos, leider wird es am Samstag regnen, während ich endlich mal in die Lagune von Alvor zum Ankern wollte. Dann eben etwas später.
      Mit dem Leefenster gab es übrigens noch keine Probleme, das mache ich ganz gerne mal auf, wenn es geht. Auf der Luvseite hätte ich mich das bei den zu dem Zeitpunkt herrschenden Bedingungen aber nicht getraut. Wir haben auch Momente, da ist alles zu 😉

  2. Hallo Matthias, wieder so ein schön, erfrischend ehrlicher Reisebericht mit vielen schönen Fotos. Bist du eigentlich mit deiner Office Version nach wie vor zufrieden? Ich lasse sie mir ja analog zu deiner einbauen. Würdest du etwas heutecm andre gestalten. LAN Kabel und besserer Router habe ich schon notiert? Was für eine schlauchboote Firma und Grösse hast du? Bist du damit zufrieden?

    LG Gustav

    • Moin Gustav,
      danke ☺️

      Ja, mit der Office Version bin ich immer noch sehr zufrieden und habe aktuell keine Ideen zur Verbesserung. Ich arbeite dort nahezu täglich, wenn wir im Hafen sind.
      Das Dingy ist von Talamex Typ: Highline Airdeck 250, so wie es im Standard von Sirius geliefert wird. Ich sehe das Fabrikat auch oft bei anderen Booten und würde daran auch nichts ändern. Bin da sehr zufrieden damit. Nur meine eigene Änderung zu einem größeren E-Motor würde ich heute auf keinen Fall mehr machen und bei dem bleiben, was Sirius im Standard empfiehlt. Das ist genau richtig, wie ich meine.

      Viele Grüße
      Matthias

      • welchen eMotor hast du den? den Torqueedo? Sirius ist jetzt auf ePropulsion umgestiegen …. ich habe den Spirit 1.0 Plus. Sieht soweit gut aus, habe ihn aber noch wenig gebraucht. Lg, Gilles

        • Ah! Das wusste ich nicht. Ich habe Torqueedo, ja. Da habe ich mir statt der kleineren Version ein Upgrade auf Torqueedo Cruise 2.0 TS geleistet, was unglaublich schwer zu handhaben ist. Insbesondere die riesige externe Batterie (Power 24-3500) ist ein Problem und ich werde wohl versuchen, das zugunsten einer kleineren Lösung wieder zu verkaufen.

          ePropulsion kenne ich gar nicht, ist auch für mich interessant, falls ich das andere System verkauft bekomme (keine Ahnung wie 😄)

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